Der Zugspitzlauf findet am Sonntag, 19.7.09 wieder statt

Der Zugspitz Extremberglauf startet wieder….

Mit gemischten Gefühlen schauen wir hinüber auf den höchsten Deutschen Gipfel.

Auf der Veranstalterseite des Zugspitz Extremberglaufes http://getgoing.de finde ich folgende Information auf der Startseite:

….“Entsprechend dem aktuellen Wetterbericht und der persönlichen Bedürfnisse ist jeder Teilnehmer für ausreichende Bekleidung für die ganze Strecke selbst verantwortlich (Schuhe nur mit Crossprofil, Mützen und Handschuhe etc.). Die Luft-Temperaturen können sehr großen Schwankungen ausgesetzt sein“….

Zitat Ende.

Liebe Läuferinnen und Läufer, aus gegebenen Anlass und weil mich bereits wieder Medien (TV u. Presse) gebeten haben eine eigene Stellungnahme zu Extrembergläufen bzw. zu Bergläufen abzugeben, möchte ich Euch fragen, was Ihr allgemein zu Extrembergläufen zu sagen habt. Ich würde mich dieses mal sehr freuen, wenn ich von Euch Feedbacks erhalten könnte:

Einer Redakteurin von Sat 1 teilte ich mit:

Ein Lauf – auch ein Extremberglauf muss kalkulierbar sein. Der Zugspitzlauf ist kalkulierbar, wenn gewisse Richtlinien eingehalten werden. Es zählt die Vernunft auf beiden Seiten. Die Vernunft von uns Sportlern, aber auch die Vernunft des Veranstalters und der Mut ganz klar eine Veranstaltung rechtzeitig abzubrechen, zu kürzen, wenn es gefährlich wird. Einseitige Schuldzuweisungen sind daher meiner Meinung nach Fehl am Platze! In jeder Sport wird es auch in Zukunft Unfälle und auch Todesfälle geben. Wir können nicht alles verbieten, wir können aber sehr wohl mit Vernunft vieles regeln und auf ein minimales Restrisiko reduzieren. Einem Autofahrer wird auch gesagt, dass er sich anschnallen muss, und es ist gut so! Warum sollte es nicht auch für uns Läufer “Vorschriften” zu unserer Sicherheit geben?

Mein Vorschlag ist daher eine Startzone – so wie es z.B. beim Triathlon ist, einzurichten. In diese Startzone kommt der Extrembergläufer nur, wenn er das in der Ausschreibung geforderte Equipment dabei hat. Und da reicht es nicht, an die eigene Verantwortung des Läufers zu appellieren, so wie es leider auf der Webseite vom Extremberglauf der Zugspitze geschehen ist. Nein, da muss der Läufer “gezwungen” werden entsprechende Kleidung mitzunehmen. Dies wäre auf jeden Fall:

a) Crossschuhe mit entsprechendem Profil
b) Mütze
c) Handschuhe
d) mindestens eine leichte Windjacke
e) Handy

Sicherlich könnte die Liste ausgeweitet werden.

Wenn entsprechendes Equipment nicht dabei ist, kommt der Läufer nicht in die Starterzone! Beim Triathlon kommt der Teilnehmer auch nicht rein, wenn er einen defekten Helm hat, oder sein Rad nicht verkehrstauglich ist…. Da wird genauestens geprüft – und da muss ich die Veranstalter z.B. stellvertretend in Roth oder auch in Frankfurt vom Ironman loben, die sogar einen kleinsten Haarriss an einem Helm meines Vordermannes feststellten und ihn zurückschickten einen neuen Helm zu kaufen! Es geht doch! Und in Frankfurt haben 2300 eingecheckt….. In Roth waren es noch viel mehr!

Und wenn der Läufer oben am Gipfel angekommen ist und dieses Equipment nicht dabei hat, dann wird er eben disqualifiziert. Somit kann der Veranstalter sicher sein, dass jeder seine “7 Sachen” am Mann hat, denn jeder möchte in der Ergebnisliste auftauchen und die Trophäe “Medaille, Siegprämie, Urkunde” etc. pp mit nach Hause nehmen.

So jetzt bin ich aber gespannt, was Ihr dazu meint! Ich freue mich auf viele – viele Antworten. Habt Mut – auch wenn Ihr total gegen Bergläufe seid. Ich kenne einen sehr guten Läufer, der mir geschrieben hat: Die Berge sind etwas “heiliges” und da müssen wir nicht darauf herumlaufen…. Es gibt viele andere Möglichkeiten. Auch diese Meinung ist mit Respekt zu achten.

Euer Paul Launer
http://www.hobbylauf.de

Bitte beachtet auch die Erinnerung an Hans Pöschl. Wir werden ihn nicht vergessen.

Wer nicht am Blog teilnehmen möchte, aber dennoch seine Meinung äußern will, kann dies auch mit dem Kontaktformular von hobbylauf.de machen.

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20 Antworten zu „Der Zugspitzlauf findet am Sonntag, 19.7.09 wieder statt“

  1. karl rathgeb sagt:

    Hallo Paul,
    das Schlimme an der ganzen Sache ist die Sensationsgier der Medien und ihrer Kunden. Würde sich irgendjemand für den Lauf interessieren ohne die toten Läufer? Vermutlich wird der diesjährige Lauf von etlichen Kamerateams und zig Reportern begleitet, die keine sportlichen Leistungen erwarten, sondern am liebsten über neue spektakuläre Unglücksfälle berichten wollen. Mit neuen Vorschriften kann man nichts erreichen, letztlich ist jeder für sich selbst verantwortlich! Einige tausend Tote und noch mehr Verletzte gibt es jedes Jahr im Strassenverkehr. Über die spektakulären berichten die (Boulevard-) Medien, der Rest ist banaler Alltag. Die meisten wären zu vermeiden, würde jeder Einzelne sich entsprechend verhalten, aber immer weniger Leute halten sich überhaupt noch an die Regeln (Egoismus ist ja immer noch in!). Das Schlimmste was passieren kann: wenn du in Zukunft mal kurz ins Dorf fahren willst, brauchst du einen Helm. Wenn ich schnell fahren will, setze ich auch einen Helm auf, aber das muss doch jeder selbst entscheiden können.Vielleicht gibt´s dann als nächstes die Helmpflicht für Fussgänger (sinnvoll, falls mal bei Sturm ein Ast oder ein Dachziegel herunterfällt!)? Jeder hat doch die Freiheit zu tun und lassen was ihm gefällt, solange er keinen Anderen damit einschränkt! Ein Unglück wie das vor einem Jahr, das durch eine Verkettung einiger tragischer Umstände entstand, kann immer vorkommen, da hilft die beste Vorbereitung nichts. Die Leute (Medien) wollen einen Schuldigen sehen und der Fall ist erledigt, das kann es ja nicht sein. Freiheit heisst doch auch, dass jeder eine gewisse Verantwortung trägt für sein Handeln, das kann einem niemand abnehmen. Die ganze Diskussion ist nur kurzfristig und scheinheilig, wenn am Sonntag nichts passiert, zieht die Karavane weiter. Wir sollten unseren Sportfreund Hans Pöschl in guter Erinnerung behalten, sein tragischer Tod ist durch solche zweifelhaften Leute schon genug missbraucht worden!
    Karl

  2. Rainer sagt:

    Hi Paul,

    ich teile Deine Meinung uneingeschränkt. Auch beim Transalpine gibt es diese Startzonen, wo kontrolliert wird ob man die notwendige Ausstattung dabei hat, und ohne geht da auch nix.
    Es ist zwar belastend soviel Sachen mitzuschleppen, aber wenn es jeder macht, sind die Bedingungen auch für jeden wieder gleich.

    Gruß

    Rainer

  3. Mike sagt:

    Hi Paul!
    Bin da auch ganz deiner Meinung. Muss nur grad an die Tour de France denken – Da hamm sich die Fahrer beschwert, dass es gefährlich sei, ohne Funkverbindung zum Teamfahrzeug zu fahren. Weil sie von dem mit wichtigen Informationen versorgt werden. Dort wollte also der Veranstalter das Rennen Interessanter machen und die Fahrer sind auf Sicherheit aus. So sollte es meinr Meinung nach auch bei Bergläufen sein. Obwohl ja jeder für sich selber Verantwortlich ist und dafür auch unterschreibt, sollte der Veranstalter doch alles, was in seiner Macht steht tuen, um solch ein Schicksal zu verhindern. Und da find ich deine Idee mit der Startzone echt gut! Obwohl es den ein oder andern geben wird, der nach der Startzone das Sach wieder ablegt.

    Gruß Mike

  4. Gerald sagt:

    Hallo Paul,
    sollte ein Läufer nicht dazu imstande sein selbst zu entscheiden, welche Ausrüstung er benötigt, dann muß er richtigerweise dazu gezwungen werden, die entsprechende Ausrüstung mitzuführen. Soweit o.k. Wer weiß schon vorher, ob er eine dünne Regenjacke, oder eher eine warme Winterjacke benötigen wird?
    Beim vergangenen Zugspitzlauf war aber noch die Problematik, daß die Läufer, obwohl sie (zu spät) erkannt haben, daß es tödlich enden könnte, keine Chance mehr hatten etwas anderes zu tun als weiterzulaufen (so auch Hans Pöschl, 10 min. bis zum Ziel).
    Hier ist meiner Meinung nach ganz klar der Veranstalter dafür verantwortlich, dass er den Läufern keine Gelegenheit mehr gegeben hat abzubrechen.
    Somit gab es nur eins: Weiterlaufen.
    Allerdings sollten die Läufer selbst auch genügend Vernunft besitzen, um nicht alle Warnungen in den Wind zu schlagen.
    Wenn nicht, wären die Vorschriften mit Startzone eine ganz gute Idee.

    Gruß Gerald

  5. Jürgen Hauber sagt:

    Hallo Paul,

    die Tragödie des vergangenen Jahres war bitter. Hier sind einfach viele Umstände zusammen gekommen. Hans war ein erfahrener Läufer. Die Schuld kann man aber niemanden geben. Letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. Ich bin den Zugspitzlauf sowie den K78 gelaufen, der Reiz eines solchen Events ist groß. Ein 16 Km Berglauf wird eher unterschätz wie ein 78 Km Lauf. Als Veranstalter ist es nicht immer einfach dem Druck der Läufer aber auch den Medien gerecht zu werden. Ich bin aber dafür das man aus Sicherheitgründen bestimmte Bekleidung, Tel. mitnehmen sollte/muss. Wie zum Beispiel dem Transalpine Run der über 8 Tagesetappen geht. Hier ist alles vorbildlich organisiert. Bei der Tour de France gibt es aktuell keinen Dopingfall, nun versucht man Unruhe und negatives über die Funksperre zu berichten. Mir kommt vor als ob die Presse ständig im Ausdauersport herumhackt.
    Den Medien gehts ums Geld und Einschaltquoten. Da kommt denen ein Unglück gerade Recht um das “Sommerloch zu stopfen”.
    Über die vielen übergewichtigen, Raucher, Alkoholiker wird wenig berichtet. Über diese Todesfälle die hier täglich vorkommen wird geschwiegen. Für uns Sportler ist doch wichtig das wir weiterhin unseren Sport leben können, die damit verbundene Lebensqualität, unsere Freundschaften pflegen und miteinander wunderbare Events, sicher genießen können.
    Grüße Jürgen

  6. Jürgen Russ sagt:

    Hallo Paul,

    am Sonntag war ich in Tannheim beim ersten Tannheimer Radmarathon.
    Beim steilsten Anstieg das Hahntennjoch hinauf ist ein Radler ganz oben bei
    der Verpflegungsstelle
    umgekippt. Trotz sofortiger Reanimation und Rettungshubschrauber ist der
    Radler im Alter von 45 Jahren
    verstorben. Das alles trotz idealer Temperaturen und trockenem Wetter.
    Meiner Meinung nach ist bei der Ausrüstungsfrage und der Intensität der
    Belastung jeder selbst für sich Verantwortlich
    und gegen z.B. angeborene Herzfehler ist eh niemand gefeit.
    Einem Verbot des Zugspitzlaufes müßte dann auch ein Motorradfahrerverbot ,
    Bergsteigerverbot etc. folgen.

    Die Medien berichten doch eh nur Quotenorientiert, da bringen noch so gute
    Argumente nichts, es wird eh immer in
    die negative Richtung Laufen.

    Wünsche Dir eine schnelle Gruppe Eins bei der Pyrenäenrundfahrt, Gruß
    Jürgen

  7. Gabi Schirmer sagt:

    Hallo Paul,

    hier ein paar Gedanken meinerseits:

    Grundsätzlich ist im Leben nichts wirklich kalkulierbar. Wir glauben das nur. Schicksale passieren in allen Lebenssituationen und –stationen. Das ist Teil des Lebens. Manches wäre beeinflussbar gewesen, anderes nicht.

    Auch ist jeder für sein eigenes Leben verantwortlich. Wer sich physisch und psychisch in der Lage sieht, etwas – aus Normalbürgersicht – Extremes zu tun, warum nicht. Damit wächst man ja auch und bekommt eine ganz andere Sichtweise von vielen Dingen.

    Sicher ist gut und wichtig, dass der Veranstalter ausdrücklich darauf hinweist, dass es in den Bergen zu spontanen Temperaturstürzen und Wetterumschwüngen kommen kann und was die Folgen in Kombination mit körperlicher Erschöpfung sein können, um sicherzustellen, dass jedem Teilnehmer dies bewusst ist. Natürlich setzt man das voraus, aber, sicher ist sicher.

    Bei einer stabilen Gutwetterlage, glaube ich nicht, dass man den Läufern vorschreiben sollte, dass sie ohne Handschuhe, Mütze etc. nicht an den Start dürfen. Jerder hat auch ein unterschiedliches Temperaturempfinden. Wenn die Witterungsbedungen jedoch nicht optimal sind und es bei dem Start unten schon kalt und nass ist oder selbst bei anfänglich gutem Wetter ein Wetterumschwung im Laufe des Tages vorhergesagt oder möglich st, wäre sicher sinnvoll, wenn der Veranstalter vor dem Start ausdrücklich an die Läufer appellieren würde, entsprechenden Wetterschutz mitzuführen, vor allem Handschuhe und Mütze, da ja 80 % der Körperwärme über Kopf und Hände verloren geht.Offensichtlich wird das doch von manchen unterschätzt und angenommen, wenn man ständig in Bewegung ist, bleibt man auch warm. Dies ist ganz klar ein Trugschluss.

    Persönlich würde ich da eh kein Risiko eingehen und grundsätzlich Handschuhe, Mütze und einen Windschutz mitnehmen, um auf der sicheren Seite zu sein.

    Zusammenfassend denke ich nicht, dass man einen Veranstalter für das eigene Schicksal verantwortlich machen kann und viele Situationen letztendlich selbstverschuldet sind. Bei Trainingsläufen bin ich auch auf mich selbst gestellt.

    Gabi

  8. Jochen Strohbeck sagt:

    Lieber Paul,

    ich stimme Dir völlig zu und möchte Dir noch meine Meinung dazu sagen.

    Ich finde es gut dass dieser Wettkampf weiterhin stattfindet auch wenn
    ich momentan nicht daran denke unter den gegebenen Voraussetzungen
    jemals daran teilzunehmen. Ich bin dankbar für jede Veranstaltung die
    für uns Sportler etwas Abwechslung bietet, etwas Besonderes darstellt
    und der Zugspitzlauf gehört einfach dazu. Und wenn es diese
    Veranstaltung nicht gäbe würde es dafür eine andere, womöglich noch
    gefährlichere Veranstaltung geben, womöglich irgendwo dort wo die
    Sicherheitsvorschriften noch laxer sind.

    Was mich erschreckt ist dass der Veranstalter anscheinend so wenig aus
    diesem Unglück gelernt hat. Das ist für mich endgültig der Beweis dafür
    dass das was letztes Jahr ‘passiert ist’ nicht einfach ‘Pech’ war
    sondern der Veranstalter seine Hausaufgaben schlicht nicht gemacht
    hatte. Es darf nicht sein dass an der letzten Station die Läufer
    angefeuert werden ‘Auf, auf, der Gipfel ist noch frei!’ wenn oben schon
    Schnee fällt. Da hat die Kommunikation unter den Posten nicht
    funktioniert. Und es darf nicht sein dass so wenige und schlecht
    ausgerüstete Streckenposten im oberen, gefährlichsten Abschnitt
    platziert wurden. Und es darf nicht sein dass unzureichend ausgerüstete
    Läufer noch bei drohendem Unwetter auf den letzten Streckenabschnitt
    gelassen werden. Punkt.

    Ich finde es schockierend wenn der Veranstalter, ja selbst angeblich
    ‘gestandene Sportler’, an die Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer
    pochen. Für jeden Teilnehmer gibt es immer ein ‘erstes Mal’ wo er auf
    die Zugspitze rennt, sozusagen in das kalte Wasser springt. Er hat nur
    eine unzureichende Vorstellung davon was ihn erwarten könnte. Und es
    nutzt auch einem ‘alten Hasen’ wenig wenn er den Gipfel schon X Mal im
    Training oder Wettkampf bei gutem Wetter erklommen hat und dann doch mal
    in extremere Wetterbedingungen gerät. Solche Dinge kann nur der
    Veranstalter wissen und der muss dafür Sorge tragen dass der Teilnehmer
    für solche KALKULIERBARE Gefahren ausgestattet ist. Ich bin noch nie
    mit dem Rad so gestürzt dass ich auf den Kopf gefallen wäre und trotzdem
    leuchtet es mir völlig ein dass ich bei einem Radrennen einen Helm
    tragen muss.

    Ich glaube dem Veranstalter auch nicht wenn er sagt dass die Teilnehmer
    Sicherheitskontrollen ablehnen und dann der Veranstaltung fern bleiben
    würden. Wenn jeder die gleiche vorgeschriebene Ausrüstung mit sich
    tragen muss besteht endlich wieder eine Chancengleichheit. Die Formel 1
    wurde erst wieder spannend als die Fahrzeuge ‘genormt’ wurden und kein
    Team sich dadurch einen Vorteil schaffen konnte indem es einfach z.B.
    den lebenswichtigen Sicherheitskäfig wegliess.

    Irgendwie sträubt es mich aber innerlich dagegen dass diese notwendigen
    Vorkehrungen ‘von oben’ diktiert werden, das muss denke ich doch der
    ‘Vernunft’, sprich Kosten/Nutzen-Kalkulation der Veranstalter überlassen
    bleiben. Jedoch hat der Sportler einen Einfluss auf diese indem er nur
    an Veranstaltungen mit ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen teilnimmt
    und anderen eben fern bleibt. Leider wird vmtl. dieser Veranstalter nie
    erfahren wie positiv sich das auf seine Teilnehmerzahlen auswirken würde.

    Mit sportlichen Grüssen,
    Jochen Strohbeck

  9. Susanne sagt:

    Hallo Paul,

    Zunächst herzlichen Glückwunsch zum Ironman!! Die Zeiten waren ja genial, freut mich für dich, dass es so gut gelaufen ist.

    Meine Meinung zum Extremberglauf ist, dass hier der Veranstalter für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen hat. Lieber bezahl ich als Läufer eine höhere Anmeldegebühr, bekomme aber dafür eine Rundumversorgung z.Bsp. Warme Getränke an der Strecke. Soweit ich weiss zählt der zugspitzlauf zu den am schlechtesten organisierten Läufen in Deutschland (habe ich von mehreren Viel-Marathon-Bergläufern erfahren). Ich weiss nicht, ob man die Läufer unbedingt zwingen muss bestimmte Kleidung zu tragen oder mitzunehmen, ich denke es ist vielmehr Sache des Veranstalters genügend Streckenposten aufzustellen, für Notfälle genügend Decken, vielleicht auch Mützen oder ehrenamtliche Helfer des Roten Kreuzes zur Verfügung zu stellen. Soviel ich weiss gab es im letzten Jahr nur kaltes Wasser an den Verpflegungsstellen, wo es doch bei jedem Stadtlauf schon warmen Tee gibt!! Zudem wäre es auf jeden Fall sinnvoll, wenn die Internetseiten des Veranstalters auf alle (!) Gefahren und Risiken hinweisen würden, die Läufer würden sich im Vorfeld schon mehr Gedanken um Ausrüstung und Teilnahme machen.

    So, ich hoffe, meine Meinung hilft weiter.

    Übrigens wurde der Veranstalter “getgoing” wegen Fahrlässiger Tötung verklagt, kam die Tage im Radio.

    Viele Grüße
    Susanne

  10. Bruno sagt:

    Hallo Paul

    Sport in der Natur gibt uns viel, die Natur verlangt aber von uns auch Respekt. Egal ob Bergsteigen, Wildwasserkajak, Laufen etc., jede Person muss für sich selber entscheiden, wieviel Sicherheitsmarge sie nehmen will. Und, jeder Veranstalter kann in seinem Wettkampfreglement Vorschriften definieren, die es einzuhalten gilt.

    Grundsätzlich sind wir Sportler erfahren genug um uns auf die äusseren Bedingungen richtig einzustellen. Ich würde dem Organisator des Zugspritzlaufes keinen Vorwurf machen, waren doch die beiden Todesfälle das Resultat einer Verkettung unglücklicher Umstände. Wer von uns könnte sagen, er hätte als Veranstalter korrekt entschieden? In solchen Situationen sind Entscheide innerhalb von Sekunden gefordert, und da ist die Chance auf Gelingen leider allzuhäufig nur bei 50:50%.

    Bis 2007 waren Bergläufe in der Regel für die Medien ein Nichtereignis. Ausser einer Rangliste der Erstrangierten war den Medien weder ein Zugspitzlauf noch ein Swiss Alpine ein Bericht wert. Klar, die Dramaturgie des letztjährigen Zugspitzlaufes haben die Medien gerne aufgenommen. Aber sie sollen sich einfach nicht als Richter aufspielen. Wer von den Journalisten ist themensicher genug? Ich ignoriere Medienschaffende, die gestern quotengeil über Gammelfleisch und Milchpreis und heute über den Zugspitzlauf berichten.

    In einem Satz: Eigenverantwortung für sich und seine Familie und Respekt vor den Naturgewalten bleiben höchstes Gebot, die kann man keinem Veranstalter delegieren.

    Alles Gute

    Bruno

  11. Markus Werner sagt:

    Hallo Paul,
    auch von mir zunächst herzlichen Glückwunsch zu Deinem genialen Ironman. Man(n) könnte glatt neidisch werden.

    Deinen Vorschlag, eine Startzone einzurichten finde ich eigentlich gut. Aber auch ich bin der Meinung, dass letztlich jeder Läufer für sich selbst die Verantwortung trägt. Sicher hätte der Veranstalter abbrechen können (müssen?). Ich erinnere mich aber an den Hitzemarathon in Chicago (das war glaube ich auch im letzten Jahr). Da ließen sich den Berichten entsprechend einige Läufer trotz Absperrungen nicht aufhalten.
    Wir alle wissen, dass sich jeder Läufer (das trifft ja auch auf die beiden Verstorbenen zu) auf so einen Wettbewerb vorbereitet und natürlich dann auch finishen möchte. Egal was ein Veranstalter in so einer Situation macht, er kanns eigentlich nur falsch machen.Ein Sprichwort sagt ja: “Im Nachhinein ist man immer klüger”.
    Es war ein tragisches Unglück. Eine Schuldzuweisung möchte auch ich nicht machen.
    Ich glaube wie einige “Vorredner” auch, dass die Medienberichterstattung zu diesem Thema einiges von Effekthascherei hat, nur wenige Berichte sind/wurden sachlich gehalten.

    Gruß
    Markus

  12. Reinhold Schmid sagt:

    Hallo Paul,
    Ich glaube dass das ganze Unheil schon vor dem Start begann. Nehmen wir mal an dass gegen 08:00 Uhr den Läufern schlechtes Wetter am oberen teil der Zugspitze vorausgesagt wurde aber die Rucksäcke mit den Wechselklamotten wo man sich im Tal noch auf die schnelle hätte umziehen können waren schon im LKW verstaut und auf dem weg zur Gondel. Aber halt im Auto hab ich ja noch eine Laufjacke aber verdammt der Schlüssel vom Auto befindet sich ja auch im Rucksack.
    Ach so schlimm wirds ja doch nicht werden wenn ich die anderen Läufer so anschaue sind ja nicht gerade wenige, die noch weniger anhaben als ich.
    Dann der Start und alles ums schlechte Wetter ist vergessen und alle wollen hoch zur Zugspitze. Dann auf halber höhe fängt es doch tatsächlich zu Regnen an und etwas kälter wird es auch noch. Na ja bis jetzt gehts aber noch ganz gut und in ca. 45 min. habe ich es geschafft. Jetzt sehe ich (inzwischen hat das Schneetreiben eingesetzt) schemenhaft die Sonnalpinhütte wo auch einige Läufer reingehen, aber die wollten ja sowieso nicht ganz hochlaufen. Und was soll ich in der Sonnalpinhütte, mein Rucksack mit meinen Wechselklamotten ist oben am Zugspitzplatt und da kann ich mich umziehen und aufwärmen. Dann höre ich vom Streckenposten jetzt hast du es gleich geschafft noch ca. 10 min. dann bist du oben.
    Doch soweit schafften es dann 2 Läufer doch nicht.
    Was haben Sie falsch gemacht ?
    Ich denke oft an Hans und was hätte ich an seiner stelle gemacht oder was hätte ich anders gemacht ?

    Nachdenkliche Worte von Reinhold

  13. Michael Korcz sagt:

    Hallo Paul,
    ich denke es wurde in den ganzen Meinungen hier alles angesprochen.Ich glaube aber auch wie Jürgen Hauber,dass jeder für sein tun selbst verantwortlich ist.Ich bin kein Bergläufer um mir hier ein Urteil darüber zu erlauben wer nun Schuld oder nicht Schuld hatte an den tödlichen Unfällen vom letzten Jahr.Denke aber,dass wenn man sich so etwas antut muss man die entsprechende Kleidung tragen bzw. mitführen um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.Dass muss jeder Sportler der so etwas macht wissen.Es war einfach nur tragisch und das unter den Opfern auch noch ein Sportler aus der Region war den man gut kannte macht die Sache noch schlimmer.

  14. Stefan ("Lauflöwe") sagt:

    Hallo Paul!

    Aus Zeitgründen nur ganz kurz: deinen Vorschlägen kann ich mich nur anschließen. Man kann nicht alles verbieten, was ein Restrisiko birgt. Man kann/muss aber entsprechend vorsorgen, dass es so klein wie möglich ist. Und wenn Läufer um Gewicht zu sparen unter Umständen gegen jede Vernunft ohne geeignetes Equipment auf die Strecke gehen muss dieses eben vom Veranstalter zwingend verlangt und auch überprüft werden.

    Gruß aus Hagen
    Stefan

    PS: Glückwunsch zu Ironman!

  15. Jürgen Wieser sagt:

    Hallo Paul,
    schön das Du was über den Zugspitzlauf geschrieben hast, manch gute Idee ist da drin ( wie z.B die “Nichtwertung” der Teilnehmer die nicht das
    vorgeschriebene Equipment dabei haben.Finde ich gut, aber ein Handy bringt einem Teilnehmer der seine Hände vor Kälte nicht mehr bedienen kannreichlich wenig.

    Und da finde ich es auch gut das Du mal einen Satz von mir zitiert hast.
    Meine Meinung ist nach wie vor (“Hochgebirge” ist nichts für uns Läufer).
    Zum Wandern ja, aber nicht für Selbstbeweise. Die kann man ja wo anders auch befriedigen!

    Für alle Anderen die an solch einem Bergrennen teilnehmen wollen gilt für mich nur Eines, jeder ist für sich selbst verpflichtet und kann nicht dem Veranstalter die Schuld zuschieben. Deshalb ist das Urteil der
    Staatsanwaltschaft eine große Fehlentscheidung, denn der Veranstalter hat letztes Jahr auf das Risiko aufmerksam gemacht.
    Ich wünsche Dir alles Gute, bis bald mal wieder Jürgen Wieser (bin am
    Samstag am Altmühlsee Halbmarathon, Du auch?)

  16. Karl Jakob sagt:

    ja, heute startet er wieder der Zugspitzlauf. Der Veranstalter scheint ja ein wenig dazugelernt zu haben, schließlich behält er sich das Recht vor, den Lauf zu verkürzen bzw. umzuleiten. Ob das ohne den Druck des kürzlich gesprochenen Urteils gegen den Veranstalter auch so deutlich gesagt worden wäre, wage ich zu bezweifeln. Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass erstmal jeder Teilnehmer für sich selbst verantwortlich ist. Aber in Grenzbereichen ist es manchmal schwierig die Situation richtig einzuschätzen, da bist Du meist noch zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt und orientierst Dich dann eben an anderen Teilnehmern. Ich würde auch vorschlagen, dass der Veranstalter ein “Sicherheitspaket” vorschreibt, wie Paul es vorschlägt, keiner hätte einen Nachteil, weil jeder es mittragen müsste!! Trotzdem, jeder Mensch ist für sich u. seine Gesundheit erstmal selbst verantwortlich.

    Hallo Paul, Berlin-Marathon: besprechen wir, wenn Du aus den Pyrenäen zurück bist, dort wünsche Euch schöne Pässe, schöne Landschaft, gute Kameradschaft und natürlich wenig Pannen!

    Gruß Karl

  17. Uwe sagt:

    Hallo,Paul,
    ich bin ganz deiner Meinung.
    Geschrieben und geantwortet werden kann meiner Meinung nach nicht viel genug.
    Ich möchte sagen, daß so ein Lauf nicht ohne Vorschriften, wie du Sie vorgeschlagen hast, statt finden sollte.
    Ich denke an meinen Hamburgmarathon dieses Jahr, da trainierst du , wie ein Wilder, ( nicht alle sind ja so ein Lauftalent, wie du), und dann hast du eine Woche vorher eine Verletzung. Der Sportarzt sagt dir , wenn du läufst, hast du danach mindestens ein halbes Jahr Probleme. Und so ist es.
    Aber nicht laufen??????.
    Nicht die Zugspitze hinauf, wo doch so viel darauf trainiert wurde??????
    Mir fällt da mein Spruch von meinem Büchlein ein:

    Eines muß jeder Mensch selbst erkennen und das ist wichtig:
    Nichts ist ganz falsch und aber auch nichts ganz richtig.
    Die Zugspitze ist eine der gefährlichsten Zonen , was Witterungsveränderungen betrifft. Das ist bekannt.Da hätten beim letzten Drittel alle 500 Meter Kontrollen stehen sollen.
    Wir Läufer müssen hierzu unsere Meinung sagen.
    Hoffentlich kannst du noch jede Menge Meinungen sammeln, und wenn du mit SAT 1 in Kontakt bist, dann ist zu hoffen, daß hier bald einmal was aus unserer Sicht zu hören und zu sehen ist.
    Leiber Paul, bleib bitte weiter sehr aktiv, was unsere Meinung betrifft.
    In diesem Sinne wünsche ich dir noch weiter gute Regeneration und hoffe, daß wir uns bald mal wieder treffen.
    Uwe

  18. Wolfgang Münz sagt:

    Hallo Paul,

    ich teile Deine Meinung zum Zugspitz-Extremberglauf. Mich würde es reizen, dort auch mal selbst mitzulaufen und hoffe, dass der Lauf auch künftig weiterhin veranstaltet wird.

    Zunächst ist jeder Läufer/Läuferin für sich selbst verantwortlich. Witterungsgerechte Kleidung sollte jeder in eigenem Interesse anziehen. Bei einem solchen Extremlauf kommt es nicht auf jede schnellere Sekunde, sondern auf das gesunde Ankommen an. Das mittragen von ein paar zusätzlichen Gramm für Jacke, Mütze, Handschuhe usw. sollte deshalb selbstverständlich sein. Leider gibt es aber auch unter Sportlern unbelehrbare, so dass Dein Vorschlag, die Läufer zu “zwingen”, entsprechende Kleidung mitzunehmen, sinnvoll ist. In einer Startzone könnte dies ohne unzumutbar großen Aufwand für den Veranstalter kontrolliert werden.

    Der Veranstalter muss dafür sorgen, dass bei einem Extremberglauf das Risiko kalkulierbar ist. Der Veranstalter muss so vernünftig sein, den Lauf rechtzeitig abzubrechen oder zu kürzen, wenn es gefährlich wird. Einseitige Schuldzuweisungen sind auch meiner Meinung nach Fehl am Platze. Auch Läufer sollten “Vorschriften”, die ihrer eigenen Sicherheit dienen, einhalten.

    Der diesjährige Zugspitzlauf am 19.07.09 ist ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Weil bis zu 60 Zentimeter Schnee lagen, hat der Veranstalter die Route verkürzt. Die Entscheidung, die Route zu ändern, fiel erst eine Stunde vor dem Start. Ausschlaggebend waren nach Angaben der Organisatoren drei Gründe: bis zu 60 Zentimeter Schnee auf dem Zugspitzgipfel – in der Nacht hatte es heftig geschneit -, dazu Temperaturen um minus vier Grad und starker Wind. Deshalb sei es zu gefährlich, die Läufer auf die ursprüngliche Strecke zu schicken. Die 13 Kilometer lange Ausweichroute führte auf die 1.714 Meter hohe Grubigalm bei Lermoos in Tirol. Wegen der Änderung konnte der Start erst eineinhalb Stunden später am frühen Vormittag erfolgen. Für die mehr als 400 Teilnehmer hieß das: nur noch 700 Höhenmeter überwinden. Viele Läufer reagierten enttäuscht auf die Entscheidung, die Strecke zu verkürzen. Etliche Läufer verzichteten sogar auf den Start. Manche äußerten Verständnis für die Vorsicht der Organisatoren. Anders als im vergangenen Jahr trugen diesmal viele lange Hose und Jacke und hatten einen Rucksack mit Handschuhen und Mütze dabei. Die meisten Läufer haben akzeptiert, dass die Sicherheit erste Priorität haben muss.

    Viele Grüße Wolfgang

  19. Frieder Steinhilber sagt:

    Hallo Paul,

    entschuldige, dass ich so spät antworte – war unterwegs im Frankenland zum Radfahren mit ehemaligen Arbeitskollegen.

    Habe also von der Veranstaltung nur am Rande mitbekommen.
    Finde es aber sehr gut wie es abgelaufen ist. Der Veranstalter hat
    Verantwortung bewiesen und den lauf bei den Witterungsverhältnissen gekürzt und umgelegt – das ist gut so!

    Beide brauchen Verantwortung, die Läufer und der Veranstalter.
    Der Veranstalter muß für geeignete Rahmendedingungen sorgen (und auch auf den Wetterbericht achten) aber schlussendlich hat jeder Teilnehmer seine Eigenverantwortung (für seine körperliche Verfassung – seinen Gesundheitszustand und für seine Möglichkeiten).

    Die Eigenverantwortung kann nicht abgeschoben werden, da nützt auch kein Attest, das dem Veranstalter vorgelegt wird.

    Gruß

    Frieder

  20. Zugspitzlauf – Extremberglauf – Eure Meinungen « sagt:

    [...] Eine Auswahl der Kommentare sind hier nachzulesen. [...]

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